Wie werden Rohre und Trinkwasserleitungen verlegt?

Mittwoch, 23. Oktober 2019 |  Autor:

Als Mieter braucht man sich um Wasserrohre keine Gedanken zu machen. Treten Schäden oder gar ein Rohrbruch auf, ist der Vermieter dafür zuständig, die Mängel an den Trinkwasserleitungen schnellstmöglich zu beheben. Für Hauseigentümer sieht es hingegen ganz anders aus: Als Eigentümer einer Wohnung oder eines Hauses liegt es in der eigenen Verantwortung, sich auch um Rohre und Trinkwasserleitungen zu kümmern. Sowohl der Zulauf mit Frischwasser als auch der Ablauf von Abwässern muss zuverlässig funktionieren.

Als Wohnungseigentümer ist man in der Regel Mitglied in einer Eigentümergemeinschaft, in der alle zusammen monatliche Beträge ansparen, auf welche zugegriffen werden kann, wenn größere Reparaturen und Instandsetzungen anstehen. Innerhalb der eigenen Wohnung müssen Wasserleitungen aber auf eigene Kosten repariert werden, falls es zu Beschädigungen kommt.

Das allgemeine, öffentliche Rohrsystem

In Städten und ländlichen Gegenden sind unter Straßen und Gehwegen umfangreiche Rohrleitungen installiert, durch welche nicht nur Wasser und Abwasser fließen. Auch Strom und Heizstoffe für Fernwärmeheizungen werden unterirdisch geführt. Um einen optimalen Zu- und Abfluss in Außenanlagen zu gewährleisten, muss zunächst das Gefälle beachtet werden.

Trinkwasser wird in hohen Türmen aufbewahrt, dadurch kommt es zu einem Druckausgleich und auch im Hochhaus kann Trinkwasser aus der Leitung fließen. Wer als Bauherr selbst Zuleitungen und Ableitungen verlegen möchte, um das Geld für eine Fachfirma einzusparen, sollte sich gründlich beim örtlichen Bauamt über alle öffentlichen Wasserleitungen informieren. Im Haus selbst können Abwasserleitungen mit etwas Geschick selbst gelegt werden, am öffentlichen Rohrsystem der Stadt oder der Gemeinde dürfen Privatpersonen jedoch keine Änderungen vornehmen.

Abwasserrohre im Haus selbst verlegen

Ungeübten Heimwerkern ist es in jedem Fall zu empfehlen, eine fachkundige Handwerksfirma mit dem Verlegen von Abwasserrohren zu beauftragen. Es gibt unterschiedliche Rohre. Manche dürfen nur in Innenbereichen verwendet werden. Für den Einsatz in Außenanlagen gelten verschiedene Bestimmungen und Standards, sodass sich die Abwasserrohre dann auch gut mit dem allgemeinen Rohrleitsystem verbinden lassen und es nicht zu größeren Arbeiten an den Rohren selbst kommt.

Üblicherweise sind Rohre für das Erdreich Rot oder Grün, haben einen Durchmesser von 11 oder auch 12,5 Zentimetern und lassen sich unterschiedlich stark belasten. Hier kommt es darauf an, ob die Ebene, unter der die Rohre verlegt sind, von Autos befahren wird oder ob es sich um reine Rasenflächen im eigenen Garten handelt, auf denen keine Autos parken oder fahren.

Je höher die Belastung auf der Oberfläche, umso tiefer müssen die Rohre im Erdreich verlegt werden. Fahren zum Beispiel auch Busse und andere schwere Verkehrsmittel ständig über die verlegten Wasserrohre, sollte auf eine Tiefe von mindestens 1,50 Metern geachtet werden, da die Rohre sonst unnötig starkem Druck ausgesetzt sind und platzen oder Risse bekommen können.

Wasserrohre im Haus verlegen

Es gibt unterschiedliche Komponenten, welche in den eigenen vier Wänden dafür sorgen, dass jederzeit frisches Trinkwasser zur Verfügung steht. Dazu gehören bspw. Hauswasserverteilersysteme und Rohrleitungsarmaturen, die früher durchaus über Putz verlegt worden sind. Dies sieht aber nicht nur unschön aus, sondern stellt auch eine erhöhte Gefahrenquelle dar. Zum einen kann es zu Schäden kommen, wenn heißes Wasser durch die Rohre fließt, andererseits sind die Metallrohre in der Wand aber auch selbst noch einmal durch den umgebenden Beton geschützt.

An den Verbindungsstellen werden die Rohre zusammengelötet, damit das Wasser nicht auslaufen kann. Bei den Verbindern, welche zum Waschbecken oder der Spüle führen, wird jedoch mit Kunststoffen gearbeitet. Der Ablauf der Toilette wird einfach aufgesteckt – hier ist es wichtig, den Abstand zur Wand exakt auszumessen, damit es nicht zu einem Bruch im Plastikrohr kommt.

Als Schutz gegen ein Auslaufen wird mit Silikon- oder Gummidichtungen gearbeitet, die sichtbaren Zu- und Abläufe in der Wohnung werden jedoch nicht verklebt oder sonst irgendwie statisch zusammengefügt. Dies hat den großen Vorteil, dass sich im Schadensfall alle Rohrleitungen flexibel austauschen lassen, ohne dass aufwendige Handwerksarbeiten nötig werden. Alle Plastikrohre im Haus lassen sich mit nur wenig Aufwand selbst ersetzen, dies erzeugt auch keine hohen Kosten.

Ist jedoch ein Rohr, das in der Wand oder im Erdreich vor dem Haus verlegt ist, beschädigt, sollte eine Fachfirma hinzugezogen werden, um den Rohrbruch professionell zu beheben. Auf alle Dienstleistungen erhalten Sie in Deutschland eine gesetzlich vorgeschriebene Gewährleistung. Als Laie kann es leicht passieren, dass der Schaden nur mangelhaft behoben wird und nach einiger Zeit erneut an derselben Stelle auftritt.

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Thema: Haustechnik

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