Tipp: Organisation für Bauherren

Mittwoch, 22. September 2010 | Autor:

Heute früh war ich noch kurz bei den Elektrikern. Es gab gestern noch zwei Fragen, die wir heute gelöst haben. Ansonsten waren alle beschäftigt. Ich hatte nicht allzuviel Zeit, da das Auto zum TÜV mußte.

Vielleicht interessiert den ein oder anderen, wie der bloggende Bauherr das Bauprojekt organisiert. Dies möchte ich heute kurz umreißen. Im Grunde nutze ich auf der Baustelle die selben Methoden, wie ich sie auch im Büro nutze.

klein, gelb, immer dabei

klein, gelb, immer dabei

Wichtiges Hilfsmittel sind Karteikarten gelb, liniert im Format DIN A6. Diese dienen der kurzzeitigen “Speicherung” von Aufgaben und Informationen. Wichtig ist, das die Karten mit Datum und ggf. dem betreffenden Gewerk versehen sind. Gelb sind die Karten, weil sonst niemand gelbe Karten verwendet. Man findet sie überall schnell wieder. Auchim creativen Chaos des Planerschreibtischs… :) Ich vermerke hinter jedem der Punkte auf der Karte, ob es sich um eine Information oder eine Aufgabe handelt. Diese Karten landen dann zu Hause auf dem Arbeitstisch. Damit kommen wir zur Strategie für die Bearbeitung der Karten…

Thinking Rock Aufgabenliste

Thinking Rock Aufgabenliste

Ich orientiere mich dabei sehr stark an der “Getting Things Done”-Methode von David Allen. Aufgaben, die sich in wenigen Minuten lösen lassen, werden sofort gelöst. Für alle anderen wird jeweils die nächste durchzuführende Aktion vermerkt. Da sich bei mir die weitere Verwendung der Karten als unpraktisch herausgestellt hat, setze ich für die weitere Bearbeitung der Aufgaben, die nicht sofort lösbar sind,  ein Softwaretool namens “Thinking Rock” ein. Das Tool gibt es in einer GPL Version, die vollauf genügt. Hier werden nun die Aufgaben verwaltet. Sie können Kontexten (“Baustelle”, “Telefon”, “Architekt”) zugeordnet werden, es lassen sich Termine verknüpfen, usw. Anschließend lassen sich sehr einfach Aufgabenlisten für die jeweiligen Situationen generieren, so daß man strutkturiert alles abarbeiten kann und nichts vergißt. Die Software benötigt allerdings einen PC bzw. einen Laptop. Da so ein Laptop auf der Baustelle allerdings nicht sehr praktisch ist, übertrage ich vor Baustellenbesprechungen die offenen Punkte wieder auf die gelben Karteikarten… Unschön.

Hier sollte sich jeder zukünftige Bauherr überlegen, ob die Investition in eines der derzeit in Mode kommenden Tablet PCs (aka “Pad”) sinnvoll wäre. Im Normalfall braucht man auf der Baustelle Verträge, Angebote, Pläne, Protokolle, Bilder und andere Dokumente. Das kann man alles in Ordnern im Auto mitbringen oder eben auf einem Pad. Nebenbei kann man so auch noch seine eMails dabei haben und mal schnell etwas im Internet nachschlagen (UMTS vorrausgesetzt). Ich nutze derzeit mein Notebook dafür, es ist in der Rohbauphase aber absolut unpraktisch. Mit einem Pad könnte man vielleicht sogar einige der gelben Karteikarten sparen… Das kann ich mir jedenfalls gut vorstellen.

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Quintessenz: Haustechnikplanung

Freitag, 16. Juli 2010 | Autor:

Nun, da Elektrik, Heizung und Sanitär geplant, teils ausgeschrieben und vergeben sind, hier ein kurzer Rückblick.

Unser Hausplaner hatte uns angeboten, Sanitär, Heizung und Elektro pauschal auszuschreiben und dann später zu entscheiden, was, wie und wo eingebaut wird. Ich hatte dabei aus dreierlei Gründen ein ungutes Gefühl:

  • Zum einen wollte ich vor dem Abschluß der Finanzierung so genau wie möglich wissen, was das Haus denn kosten wird. Sicherlich “wird immer alles teurer”. Wenn aber vorher Unwägbarkeiten eliminieren kann, wird die Schätzung genauer werden. Also bedurfte es schon in der Planungsphase einer genaueren Betrachtung der Haustechnik.
  • Wir wußten, das wir in der Bauphase sehr wenig Zeit haben werden, weniger als andere Bauherren. Unser zweites Kind ist 6 Wochen alt, die Baustelle liegt eine halbe Stunde Autofahrt von der Wohnung entfernt und mein Job bleibt arbeitsintensiv wie eh und jeh. Also mußten wir vorher planen.
  • Letztlich haben Hausplanung und Haustechnikplanung Schnittmengen, die tlw. nicht unerheblich sind. Ein Pelletskessel und eine Wärmepumpe brauchen ähnlich viel Platz. Ein Pelletlager kommt beim Pelletskessel aber hinzu. Für solare Heizunterstützung wird ein großer Pufferspeicher (1000l aufwärts) benötigt. Ein Grundofen benötigt ein viel stärkeres Fundament. Braucht der Schornstein ein oder zwei Züge? Wo kommt welches Abwasserrohr ins Bad? Sollte ein Kabelschacht zwischen EG und OG vorgesehen werden, um die Elektroleitungen optimaler zu führen?

All diese Fragen sind heutzutage vom Bauherren zu klären. Die Haustechnik ist nicht mehr so einfach wie früher (Gastherme, Steckdosen, Lichtschalter, fertig). Heute sind die Möglichkeiten wesentlich vielfältiger und die Entscheidung für oder gegen eine Heizquelle hat beispielsweise langfristige Auswirkungen.

Also was ist dem angehenden Bauherren zu empfehlen? Aus meiner Sicht sollte er die Haustechnik unbedingt planen lassen. Wie früher schon erwähnt, ist dies nicht ganz einfach. Es gibt wenige Architekten-/Planerbüros, die das KnowHow komplett im Haus haben. Haustechnikplaner, die eigentlich richtigen Fachleute für diesen Job, sind meistens auf Gewerbebauten und auf größere Wohnbauten fokussiert. Das gemeine Einfamilienhaus ist vermutlich nicht lukrativ genug. Es gibt noch andere Wege…

Im Heizungs- und Sanitärbereich gibt es das dreistufige Vertriebsmodell: Hersteller – Fachhandel – Handwerker. Hier kann man einen Fachhändler ansprechen und ihn mit der Planung beauftragen. Man sollte aber deutlich darauf hinweisen, daß man eine bezahlte Planung wünscht und kein Angebot eines Handwerkers. Die Fachhänder, die ich kennengelernt habe, bieten derlei Leistungen an, sagen das aber nicht von sich aus. Vermutlich ist die Nachfrage derzeit noch zu gering. Wir hatten das Glück, das sich ein sehr guter Heizungs- und Sanitärfachmann im Bekanntenkreis meiner Eletern fand, der uns dieses Gewerk plante und uns die Ausschreibungsunterlagen erstellte. Ich selber habe mich, wie im Blog zu lesen ist, mit den Heizungsalternativen beschäftigt. Zusammen mit meiner Frau haben wir die Badausstellungen besucht. Am Ende waren genügend Informationen zusammen, um eine detaillierte Ausschreibung zu tätigen. Diese hatten wir dann an 6 Handwerker verschickt, von denen 4 sich mit Angeboten beteiligten. Das Beantworten der Ausschreibung macht natürlich Arbeit, die nicht jeder investiert.

Auch für das Elektrogewerk fand sich ein Meister seines Fachs im Freundeskreis, der mit mir ausgiebig die sich dort stellenden Fragen diskutierte. Das ich selbst studienbedingt auf diesem Gebiet nicht ganz unerfahren bin, kam noch erleichternd hinzu. Letztlich wurde Elektro daher nicht ausgeschrieben, sondern wird als Elektriker-Bauherren-Kooperation durchgeführt. Die Technik wurde allerdings schon soweit geplant, wie es für die Finanzplanung notwendig war. Vieles konnte ich bei unserem technikverliebten Personalvorstand live sehen, was durchaus hilfreich war :)

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Quintessenz Grundstückssuche

Donnerstag, 12. März 2009 | Autor:

Die Grundstückssuche an sich ist komplexer als man mithin annimmt. Als Mitglied der Generation “@” vermutet man, einfach im Internet an alle Informationen zu kommen. Aber weit gefehlt.

Natürlich liefert die Suche auf den einschlägigen Immobilienportalen durchaus brauchbare Ergebnisse. Die Unsere Erfahrung besagt aber, das die wirklich guten Grundstücke anders zu finden sind.

Zum einen sollte man einen Blick auf die Internetseiten der Gemeinde bzw. Stadt werfen, hier in der Gegend werden diese offenbar nicht immer gleich via Makler vertrieben. Dies brachte uns zwei gute Kandidaten.

Der andere Weg ist, die fragliche Gegend zu Fuß oder mit dem Fahrrad zu erkunden. Hier und dort stehen Grundstücke leer oder es finden sich Schilder von Privatverkäufern. Bei leeren Grundstücken kann dann das Gespräch mit dem Nachbarn helfen, den Besitzer herauszubekommen. Auch ein Besuch beim Bau- bzw. Grundstücksamt der Gemeinde kann durchaus zum Ziel führen.

Eine weitere Variante ist, den Architekten zu fragen, so man sich denn für das Bauen mit Architekt entschlossen hat. Auch dieser kennt natürlich die “Lage vor Ort”. Unsere Erfahrungen mit Maklern sind jedenfalls sehr, sehr schlecht. Auf einen guten kommen hier im Schnitt fünf, bei denen ich kein Preis-Leistungsverhältnis feststellen kann (Division durch 0).

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